1. Rosalie's Hochzeitsmesse im Landhaus Siemers in Breitenfelde

 

Es ist der 10. August 2017, ich bekomme einen Anruf aus einem Haus nur wenige Meter entfernt, vom Fenster meines Büros aus kann ich es sehen. Am Telefon ist Miriam von Rosalie Landhaus Catering, sie sei gerade über meine Homepage gestolpert und wolle mich unbedingt als Ausstellerin auf ihrer ersten Hochzeitsmesse im Oktober dabei haben. Ich bin sprachlos - ICH auf einer Hochzeitsmesse? Wer mich kennt weiß, dass ich alles andere als ein Marktschreier bin und mir oft viel zu wenig zutraue. Doch ich witterte meine Chance, einen Fuß in die regionale Hochzeitsbranche zu bekommen und traf mich wenige Tage später mit Miriam. Instinktiv suchte ich mir einen kleinen Nischenplatz für meinen Stand aus, auch wenn ich absolut keine Ahnung hatte, wie dieser überhaupt aussehen sollte. Fast täglich habe ich mir den Kopf darüber zerbrochen, wo ich was hinstellen sollte, was für Dekoration ich nutzen wollte. Stundenlang habe ich nach anderen Messeständen gegoogelt, mit dem Erfolg, dass ich wusste, wie ich mich NICHT präsentieren wollte.Letztendlich entschied ich alles aus dem Bauch heraus, nahm einfach mein halbes Arbeitszimmer mit und entschied ganz spontan, wo ich was hinstellte.

 

 

Und dann war es endlich soweit, der 22. Oktober 2017 - Hochzeitsmessetag! Um 11 Uhr öffneten die Pforten für die Besucher, die sich gespannt auf die 25 Aussteller stürzten. Von meinem Stand aus konnte ich den Eingang gut sehen, und als die ersten Gäste meinen Stand erblickten und Augenkontakt herstellten, stieg kurz wieder die Panik und Nervosität auf. Wie würde sie meinen Stand finden? Gibt es hier überhaupt Paare, die meine Art der Fotografie mögen? Was mache ich, wenn sich niemand für meine Arbeit interessiert?

Doch alle Ängste waren bereits nach den ersten Besuchern wie weggezaubert. Denn gleich das erste Paar setzte sich zu mir an den Tisch, wir unterhielten uns eine Weile und ich wurde mit Komplimenten für meine Arbeit überschüttet.

Nach den Workshops im Loft, bei denen ich nur Fotos von Top-Fotografen gesehen habe, war ich etwas geknickt - man vergleicht sich, denkt, man hat nie so tolle Hochzeiten (stimmt - ich hatte ja auch noch nie eine Hochzeit auf den Seychellen). Doch die Messe hat mich wieder auf den Grund der Tatsachen gebracht - ich habe tolle Paare und ich habe tolle Hochzeiten und ich mache stets die mir bestmöglichen Fotos. Der viele Zuspruch, den ich von den Besuchern meines Standes bekommen habe, tat mir so unglaublich gut - die vielen Komplimente für meine Arbeit waren Balsam für meine Fotografenseele und genau das, was ich in dem Moment brauchte. Ich habe so viele tolle Paare und auch andere Dienstleister kennengelernt, dass ich die nächste Hochzeitssaison jetzt schon kaum erwarten kann!

Mein Fazit: Messen besuchen und wenigstens einmal selbst ausstellen - das ist mein Tipp für jeden, der Dienstleistungen oder Produkte anbietet! Ich bin so froh, dass ich diese Erfahrung gemacht habe! Natürlich war mein Hauptziel, einige Buchungen für 2018 zu erzielen, aber allein das Connecten mit anderen Dienstleistern in der Region, das Organisieren und Planen haben mich dem Ziel, das ich für die Zukunft verfolge, unglaublich näher gebracht. Da ich selbst bisher nur auf dieser kleinen, lokalen Messe war, kann ich nichts zu den großen Hochzeitsmessen wie "Trau Dich" und Co. sagen, ich denke aber, dass es sinnvoller ist, auf kleinere Messen mit einer geografischen oder thematischen Begrenzung zu gehen, weil dort wohl eher die Zielgruppe ist, die man auch erreichen will. Ich werde höchstwahrscheinlich wieder dabei sein, wenn Rosalie's 2. Hochzeitsmesse ansteht!

 

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